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Rezi: Gefühle verboten

Gefühle verboten

 

Tia Liebl

 

 

 

Zunächst möchte ich mich bei Tia Liebl, die mir ihr Buch als Rezi-Exemplar zur Verfügung gestellt hat, bedanken. „Gefühle verboten“ ist eine Dystopie, die entgegen ihres Namens viele Emotionen bei mir geweckt hat und Lust auf einen zweiten Teil macht.

 

 

 

Genre: Dystopie / New Adult

 

Seitenzahl: 450

 

 

 

Inhalt:

 

Was wären wir Menschen ohne unsere Gefühle?

2050: Die Menschen leben friedlich zusammen. Es gibt keinen Krieg, keine Verbrechen, nicht einmal einen harmlosen Streit. Alles ist sicher. Alles ist perfekt. Doch ALLES hat seinen Preis. Um eine ideale Welt zu erschaffen, nahm man den Menschen alles, was sie einst ausmachte: ihre Freiheit, ihre Rechte, ihre Identität, ihre Gefühle. Sie lebten nicht länger, sie existierten nur noch.
Samia dachte, ihr exzentrischer Bruder Ramon und sie wären die Einzigen, die noch zu fühlen in der Lage wären, doch dann begegnet sie Darren und dessen Familie, die es sich zum Ziel gemacht haben, die skrupellose Regierung zu stürzen und die Menschen zu befreien. Ein heroisches Ziel - doch alles hat seinen Preis...

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Der Weltfrieden ist eine schöne Vorstellung – aber was, wenn er auf Kosten menschlicher Emotionen aufgebaut wird? Tia Liebl entführt in ihrem Buch „Gefühle verboten“ genau in eine solche Welt. Den Menschen fehlt die Fähigkeit zu fühlen und mit dieser gingen Lebensfreude und Freiheit. Das Thema der fehlenden Gefühle ist natürlich nichts Neues und wurde schon in zahlreichen Büchern und Filmen verarbeitet. Trotzdem schafft es die Autorin, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Zwar kamen die Wendungen für mich nicht überraschend, trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

 

Speziell die liebevoll gezeichneten Figuren wachsen einem beim Lesen ans Herz, allen voran natürlich Samia. Sie ist sehr emotional, liebenswert und einfühlsam. Fast schon ein wenig zu perfekt, wenn ich das so sagen darf. In einer Welt ohne Gefühle ist sie dadurch natürlich vollkommen fehl am Platz. Kein Wunder also, dass sie und ihr Bruder Ramon sich Darren und seiner Familie anschließen, um das System zu stürzen.

 

Darren war für mich ebenfalls eine sehr interessante Figur. Diese Mischung aus Verletzlichkeit und einem unnachgiebigen Stolz, der ihn zwingt, seine schwache Seite zu verbergen, haben ihn sehr menschlich erscheinen lassen. Für mich war er der Lieblingscharakter im Buch. Obwohl die Auswahl schwerfällt, denn Tia Liebl hat eine ganze Horde liebenswerter Nebencharaktere aufmarschieren lassen. Für Spannung, lustige Szenen und Schmunzel-Dialoge ist damit auf jeden Fall gesorgt.

 

Die Geschichte an sich entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und lässt sich leicht, locker und flüssig lesen. Zum Ende hin wird sie ein wahrer Pageturner und treibt den Leser praktisch durch die Seiten. Und dann das Ende – ich will natürlich keinesfalls spoilern, aber ich kann schonmal verraten, dass ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

 

Insgesamt hat Tia Liebl eine sehr gefühlvolle Dystopie erschaffen, die ohne große Krach-Bumm-Effekte auskommt. Einige Handlungsstränge empfand ich leicht unlogisch (ohne zu spoilern, kann ich hier nicht zu viel verraten) und einen großen Überraschungseffekt gab es für mich nicht. Das kann aber auch daran liegen, dass ich sehr, sehr viele Bücher aus diesem Genre lese. Dennoch bekommt das Buch von mir eine klare Leseempfehlung.

 

 

 

Empfehlung:

 

Dystopien sind nicht jedermanns Sache – meine aber auf jeden Fall. Vom Stil her unterscheidet sich Tia Liebls Buch von anderen seiner Art. Es ist ruhiger, sanfter und geht viel mehr auf die Emotionen ein. Klitzekleine Logikfehler sind da problemlos zu verschmerzen. Von mir gibt es für das gelungene Werk:

 

 

 

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