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Rezi: Die Farbe von Milch

Die Farbe von Milch

 

Nell Leyshon

 

 

 

Ich habe mir das eBook „Die Farbe von Milch“ bei Netgalley heruntergeladen, nachdem ich mehrere sehr positive Kritiken über die Geschichte gelesen habe. Persönlich konnte mich das Buch leider nicht begeistern. Obwohl es sich um eine lesenswerte Story handelt, war der Stil einfach nicht meins.

 

 

 

Genre: Roman

 

Seitenzahl: 208

 

 

 

Inhalt:

 

Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte. 
Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Ich bin mit einer recht hohen Erwartungshaltung an „Die Farbe von Milch“ herangegangen. Nachdem das Buch so oft über den grünen Klee gelobt wurde, wollte ich es ebenfalls lesen und war gespannt. Letztendlich hat es mich leider nicht wirklich überzeugen können. Marys Geschichte wird von ihr selbst erzählt und ist gewiss lesenswert. Aber nichts wahnsinnig Neues. An vielen Stellen zog sich die Story in die Länge und war für mich doch sehr vorhersehbar. Was mich aber wirklich gestört hat, war der Schreibstil.

 

Ich habe verstanden, dass Mary ihre eigene Geschichte so schreibt, wie sie spricht. Und zwar ohne Punkt und Komma. Wörtliche Rede? – gibt’s anfangs nicht. Im Laufe des Buches wird der Schreibstil flüssiger, aber das war schlicht und ergreifend nichts für mich. Die abgehackten Sätze zu Beginn haben mir bereits das Lesevergnügen verleidet. Für mich hat die Autorin zwar ein interessantes Stil-Experiment gewagt, das meiner Meinung nach aber nicht hätte sein müssen.

 

Die Hauptperson Mary konnte dennoch charakterlich gut dargestellt werden und sie ist nicht auf den Mund gefallen. Das hat mir an ihr sehr gefallen. Sie ist mit ihrem Leben und der harten Arbeit zufrieden, trotzdem bewahrt sie sich ihren Stolz. Als ihr Schicksal im Pfarrhaus eine Wendung nimmt, habe ich mit ihr gebangt und gelitten. Diese Emotionalität kann ich an der Geschichte positiv hervorheben.

 

 

 

Empfehlung:

 

„Die Farbe von Milch“ ist eine Geschichte als Sprachexperiment und findet bestimmt geneigte Leser, die daran ihre helle Freude haben. Ich bin leider semibegeistert und würde das Buch kein zweites Mal lesen wollen. Alles in allem vergebe ich:

 

 

 

Dreieinhalb von Fünf Literaturia-Sternchen

 

 

 

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