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Rezi: Noémis Lied - ein dystopisches Märchen

Noémis Lied

 

A.-G. Piel

 

 

 

Zunächst möchte ich der Autorin danken, dass sie mir ihr Buch als Rezi-Exemplar überlassen hat. Natürlich beeinflusst das in keiner Weise meine persönliche Meinung. „Noémis Lied“ beeindruckt mit einer guten Grundidee, bei der Umsetzung gibt es meiner Meinung nach Luft nach oben.

 

 

 

Genre: Dystopie / New Adult

 

Seitenzahl: 296

 

 

 

Inhalt:

 

Plötzlich waren sie da.

Am Anfang nannte man sie nur „Musikräuber“. Doch als die ersten Menschen starben und die ersten Kolonien entstanden, nannte man sie nur noch „Schänder“.

Anarchie brach aus, Diktaturen folgten. Die Welt wurde hart und kalt und grausam. Und Grau. Ohne Musik. Diese war strengstens verboten.

Ein beklemmendes Zukunftsszenario, eine Welt ohne Musik, ohne Konzerte. Undenkbar?

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Wie bereits erwähnt, brilliert die Geschichte mit einer guten Grundidee – der Diebstahl der Musik und die daraus resultierenden Folgen. Ohne die Musik verliert die Welt ihren Glanz, wird kalt und dunkel. In dieser dystopischen Zukunft lebt die stumme Noémi, die die Musik in den Gedanken der Menschen hören kann. Damit besitzt sie die Macht, den Musikräubern entgegen zu treten.

 

A.-G. Piel bemüht sich, die düstere und beklemmende Atmosphäre greifbar zu beschreiben und im Ansatz ist es ihr auch gelungen. Allerdings empfand ich den Schreibstil an einigen Stellen noch ausbaufähig. Beispiel: „Und doch war sie anders, denn ihr blieb die Musik nicht vollkommen verschlossen. Sie konnte sie zwar nicht machen, jedenfalls nicht mit ihrer Stimme, denn sie war stumm“. Die Sätze klingen zum Großteil noch etwas holprig, zum Teil sogar stark konstruiert. Dadurch wurde mein Lesevergnügen etwas geschmälert. Einige Stellen der Geschichte erscheinen zu gewollt – Figurenentwicklung und Handlungsstrang sind hier für mich nicht nachvollziehbar, bzw. zu schnell abgehandelt. Ebenso blieben die Charaktere doch etwas blass. Das ist schade, denn wie bereits erwähnt, ist die Grundidee der Geschichte sehr spannend.

 

Im Großen und Ganzen gibt’s bei dem Buch und dem gesamten Schreibstil der Autorin Luft nach oben. Potenzial ist auf jeden Fall da.

 

 

 

Empfehlung:

 

„Noémis Lied“ ist eine Dystopie im Jugendbuchstil. Eine gute Idee, die sich hätte noch ausbauen lassen. Trotzdem denke ich, dass es sich um ein unterhaltsames Buch handelt. Die zum Teil hochgradig konstruierten Handlungsstränge sind meiner Meinung nach einer schriftstellerischen Unerfahrenheit geschuldet. Für mich ein Grund, bei der Bewertung nachsichtig zu sein. Daher gibt’s von mir

 

 

 

Vier von Fünf Literaturia-Sternchen

 

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