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Mystisch. Magisch. Und ein Muss im Bücherschrank: Zara Nesbit - Blutrabe

Zara Nesbit - Blutrabe

 

Ily Romansky

 

 

 

Zuerst möchte ich ein großes Dankeschön an Ily Romansky richten, die mir ihr eBook als Rezi-Exemplar zur Verfügung gestellt hat. Natürlich wird meine Meinung dadurch nicht beeinträchtigt. Um es gleich vorweg zu nehmen: „Zara Nesbit – Blutrabe“ ist eines der spannendsten Bücher, die ich bisher lesen durfte.

 

 

 

Genre: Fantasy / Thriller

 

Seitenzahl: 288

 

 

 

Inhalt:

 

England, 1557. Magie ist aus ihrem tausendjährigen Schlaf erwacht. Ungehindert fließt sie über das Land. Wer ihr begegnet, findet den Tod, oder schlimmer, wird selbst zu einem Magus – gejagt von der Inquisition. Zara Nesbit, eine unerfahrene Gouvernante, wird in das einsame Dörfchen Blackby geschickt, um die Tochter des Barons Wycliff vor Magie zu beschützen. Schnell stellt sie jedoch fest, dass dunkle Mächte bereits im alten Gemäuer lauern. Als auch noch eine junge Magd unter mysteriösen Umständen stirbt und der Verdacht auf Zaras Schützling fällt, muss sie selbst den Mörder finden, bevor es zu spät ist. Denn der Fluch der Hexe ist noch nicht gebrochen – und der Blutrabe kreist weiter hungrig über ihren Köpfen.

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Bevor ich zu meiner Meinung zum Buch komme, möchte ich zwei Kleinigkeiten anmerken. Zwei Punkte, die mir nicht so zugesagt haben. Das betrifft zum einen das Cover, das nicht meinen Geschmack trifft (nur meine persönliche Meinung) sowie ein paar Fehlerchen im Buch. Speziell an den spannenden Stellen ist mir aufgefallen, dass ein paar Wörter vertauscht wurden, Buchstaben fehlten oder Kommas da saßen, wo sie nichts zu suchen hatten. Leider hat das meinen Lesefluss etwas gestört.

 

Aber jetzt zu den vielen, vielen positiven Gesichtspunkten. Bei manchen Büchern weiß man sofort, dass man etwas Besonderes in Händen hält. Und kaum hatte ich die ersten paar Seiten von „Zara Nesbit“ gelesen, war auch mir das klar. Die Autorin hat eine dichte, atmosphärische Welt erschaffen, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Detailverliebte Beschreibungen sorgen für ein lebhaftes Bild der Geschichte, ohne von der Handlung abzulenken. Speziell das Düstere und Mystische hat mich gefesselt und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Und das meine ich wörtlich; ich hatte mein Tablet wirklich in allen Lebenssituationen dabei, um auch ja weiterlesen zu können.

 

Neben der besonderen Atmosphäre, in die man praktisch beim Lesen einsteigt, haben mich die Figuren in ihren Bann geschlagen. Selten habe ich so gut durchdachte und authentische Charaktere erlebt. Vielschichtig und interessant, menschlich und magisch zugleich. Natürlich war mir Zara Nesbit sofort am sympathischsten und es war klar, dass ein Geheimnis sie umgibt. Aber auch die Nebencharaktere haben ihren ganz eigenen Charme (oder im Fall von Richter und Hexenjäger eben fehlenden Charme). Neben Zara fand ich Gertie wunderbar dargestellt. Hier hat die Autorin die richtige Mischung aus kindlicher Unschuld und einem Wissen, das kein Kind haben sollte, getroffen.

 

Rätsel aufgegeben hat mir zunächst Pfarrer Corbit und ich wusste nicht so recht, ob ich ihn sympathisch finden soll oder nicht. Im Verlauf der Geschichte habe ich immer wieder überlegt, ob er zu den Guten oder den Bösen gehört. Aber das macht den Reiz des Buches aus. Die Figuren haben ihre Licht- und Schattenseiten. Ihre Hintergrundgeschichte, die ihre Handlungen erklärt. Und über allem schwebt die Magie, die ebenfalls weder gut, noch böse ist.

 

Die magischen Elemente waren hervorragend und spannend beschrieben. Ganz am Schluss gab es eine Szene, die meiner Meinung nach ganz leicht übertrieben war (Stichwort aus dem Kopf ploppende Augen), aber ansonsten haftet dem gesamten Buch eine geradezu magische Ausgeglichenheit zwischen Fantasy, Mystery und Thriller an. Zudem flocht Ily Romansky historische Elemente in ihr Buch ein. Wer sich ein bisschen mit der Hexenverfolgung auskennt, bemerkt Anspielungen auf tatsächliche Ereignisse.

 

Was mich ganz besonders an diesem Buch fasziniert hat: ich wusste bis zum Ende nicht, wer der Übeltäter ist. Und das kommt wirklich, wirklich selten vor. Also kann ich nur sagen: Hut ab vor so viel Spannung!

 

 

 

Empfehlung:

 

Wie bereits angedeutet, gehört „Zara Nesbit“ ab heute zu meinen Lieblingsbüchern und ich giere bereits nach dem zweiten Teil. Aber keine Sorge, Teil 1 lässt sich auch als Einzelband problemlos lesen. Obwohl die Schreib- und Kommafehler mich gestört haben, konnte ich das Buch einfach nicht weglegen (vielleicht war da auch Magie im Spiel?). Liebe Ily Romansky, du hast jetzt einen neuen, absolut begeisterten Fan und damit gibt es satte:

 

 

 

Fünf von Fünf Literaturia-Sternchen

 

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