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Schmunzelgarantie: ein Interview mit Nur-dieser-eine-Tag-Autorin Mary Kuniz und ihren Protas

Prinzessin Literaturia:  Heute wird es eng hinter den Buchdeckeln! Mary Kuniz kommt zusammen mit Greta und Krischan zu Besuch. Uff – und schon bekommt man von Greta die Tür fast an den Kopf geknallt. So kennen und lieben wir sie J Nein, Krischan, ich brauche keine Hilfe beim Aufstehen, aber danke! Schnell noch ein bisschen den Bücherstaub abklopfen und … was ist denn jetzt schon wieder? Greta, setz dich doch bitte einfach auf den freien Stuhl und hör auf, Mary von der Couch schubsen zu wollen.

 

 

 

Greta: Ich wollte aber … ach egal, können wir endlich anfangen? Zeit ist Geld!

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Also ehrlich, liebe Mary Kuniz, wie hältst Du das mit den beiden nur aus? Bevor Greta noch vor Ungeduld explodiert, sollten wir mit dem Interview beginnen. Was mich als erstes interessiert: Basieren Krischan und Greta auf realen Personen oder entspringen sie deiner Fantasie? Besonders Greta ist ja zu Beginn von „Nur dieser eine Tage“ ein schwieriger Charakter.

 

 

 

Mary: Also …

 

 

 

Greta (empört): Ich bin nicht schwierig, nur geradeaus. Aber …

 

 

 

Krischan (lächelt warmherzig): Nicht schwierig, liebe Greta, aber ab und an ein kleinwenig anstrengend.

 

 

 

Greta:  Du wolltest mich doch unbedingt kennenlernen und diese irrsinnigen vierundzwanzig Stunden mit mir verbringen.

 

 

 

Krischan:  Ja, das wollte ich, und ich bereue keine Sekunde.

 

 

 

Greta (mit einem verlegenen Lächeln): Ich ... ich auch nicht. Aber genau wie Prinzessin Literaturia würde auch mich interessieren, warum Mary mich so … na eben so …

 

 

 

Mary: … mürrisch, überheblich und unterkühlt dargestellt habe? Das kann ich dir sehr einfach beantworten: Ich glaube, in jedem von uns steckt ein bisschen Greta. Von einer Leserin, um ganz genau zu sein, einer Anwältin, kam sogar die Frage, ob ich sie heimlich abgehört hätte. Sie würde beim Autofahren auch immer fluchen und … naja, aber nur, wenn sie alleine ist, und nicht ganz so wie Greta in aller Öffentlichkeit. Viele von uns erlauben es sich nicht mehr, ihre augenblicklichen Gefühle auszuleben, wie ein kleines Kind, sondern …

 

 

 

Greta (hochfahrend): Du willst doch nicht behaupten, dass ich wie ein verzogenes Gör handele. Ich bin Anwältin, eine sehr gute sogar, und absolut beherrscht in meinem Beruf. Da sehe ich doch überhaupt nicht ein, mich in meinem Privatleben in Schranken weißen zu lassen.

 

 

 

Krischan (verschmitzt grinsend): Das hast du mir auch nur allzu deutlich gezeigt.

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Also ich empfand dich anfangs auch als recht kindisch und unsym…

 

 

 

Greta:  Sind wir etwa nur hier, um an mir rumzunörgeln?

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Hoppla, ich glaube, mit dem Buch wollte mich Greta tatsächlich gerade abwerfen. Liebe Greta, bitte nicht gleich wieder aufregen. Erzähl uns doch, wie du das erste Zusammentreffen mit Krischan erlebt hast. Wie viel Überwindung hat es dich gekostet, bei seinem Spiel mitzumachen?

 

 

 

Greta (schweigt sehr lange): Ich war perplex und konnte mit seinem Anliegen absolut nichts anfangen. Seine Frage, ob ich wüsste, was Spaß ist, hat mich rasend gemacht. Und doch hat sie mich auch irgendwie … irgendwo berührt. Aber das wollte ich zunächst nicht wahrhaben. Ich sah es als Herausforderung, und die habe ich noch nie gescheut. Ich wollte das Spiel gewinnen.

 

 

 

Mary:  Mir ging es eigentlich überhaupt nicht um gewinnen oder verlieren, sondern nur darum, wie sich zwei wildfremde Menschen in vierundzwanzig Stunden annähern, und ob sie trotz unterschiedlicher Lebensauffassungen Spaß zusammen haben würden.

 

 

 

Krischan:  Ja, und den hatten wir.

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Aha, so war das also. Tja, Krischan, du hattest es ja nicht leicht. Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, 24 Stunden mit einem wildfremden Menschen zu verbringen? Gibt es da vielleicht eine Vorgeschichte?

 

 

 

Krischan(hastig):  Nein!

 

 

 

Greta:  Was bist du denn so kurz angebunden? Du kannst ruhig zugeben, dass du mich schon beobachtet hast.

 

 

 

Krischan:  Ja, habe ich. Und ich wusste, wenn ich diese Frau ansprechen will, werde ich sie nicht mit einer einfachen Einladung zum Kaffee rumkriegen. Also habe ich mir das Spiel ausgedacht.

 

 

 

Greta:  Du? Naja, wohl eher Mary.

 

 

 

Mary (lachend): Es war unser gemeinsames Werk.

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Bei den verschiedenen Aufgaben hat Mary ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Welche Herausforderung, vor die du Greta und Krischan stellen konntest, hat dir denn am meisten gefallen?

 

 

 

Mary:  Also bei Krischan ganz klar der Bungeesprung … scheinbar habe auch ich eine leicht sadistische Ader.

 

 

 

Greta (grinsend): Ja, das war wirklich gut. Und bei mir?

 

 

 

Mary:  Die Flaschenpost!

 

 

 

Greta (erstaunt): Warum?

 

 

 

Mary:  Sie vereinte so viel, was du nicht gelebt hast: Vertrauen in einen anderen Menschen haben und dabei noch ehrliche, tiefe Gefühle zeigen, auch auf die Gefahr hin, dabei dein Innerstes preiszugeben.

 

 

 

Greta:  Mmmh …

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Und wenn du dir diese Hürden für deine Hauptfiguren erdacht hast – würdest du dich trauen, ein paar der Aufgaben ebenfalls zu meistern? Im Augenwinkel kann ich Greta schon ganz genüsslich grinsen sehen. Ich glaube, sie hätte da bestimmt ein paar Ideen für dich auf Lager, liebe Mary!

 

 

 

Greta: Ich würde ja zu gerne sehen, wie du Bungee springst.

 

 

 

Mary: Kein Geld der Welt würde mich da hoch bringen. Aber mich auf eine fremde Hochzeit schleichen, dass wäre etwas, was mir gefallen würde.

 

 

 

Krischan:  Und öffentlich singen?

 

 

 

Mary: Puh, dass würde mich Überwindung kosten, aber schlechter als ihr zwei singe ich auch nicht.

 

 

 

Prinzessin Literaturia:  Es gibt natürlich noch einen Grund, warum ich Mary, Greta und Krischan heute zusammen einladen wollte. Am Ende des Buches ist ja nicht ganz klar, wie die Geschichte zwischen euch *ein wissender Blick zu Greta und Krischan* ausgeht. Erzählt doch mal, wie der Alltag jetzt, nach diesem einen Tag, für euch aussieht. Fordert ihr euch immer noch gegenseitig heraus – ja, okay, ich sehe Greta vehementes Nicken…

 

 

 

Greta: Krischan ist eine einzige Herausforderung!

 

 

 

Krischan: Da will ich der lieben Mary nicht vorgreifen, sie hat sich …

 

 

 

Greta: Du weichst aus.

 

 

 

Krischan: Ja, das tue ich.

 

 

 

Greta: Das ist doch aber nicht Sinn des Interviews. Die Leserinnen wollen doch etwas über uns erfahren. Überhaupt habe ich nur sehr wenig in dein Seelenleben blicken dürfen … du dagegen hast alles über mich erfahren dürfen und hast mich und mein Leben … mmmh, auf den Kopf gestellt und … und auch irgendwie bereichert. Was ist mit dir?

 

 

 

Krischan(gefühlvoll): Nur dieser eine Tag mit dir war einer der schönsten Tage in meinem Leben, Greta.

 

 

 

Mary: Ich denke, wenn die Leserinnen wissen wollen, wie es Greta und Krischan nach ihrem gemeinsamen Tag ergangen ist, müssen sie wohl oder übel die Fortsetzung lesen. „Nur dieses eine Leben“ ist bereits fertig geschrieben und wartet auf seine Veröffentlichung.

 

 

 

Greta und Krischan werfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu.

 

 

 

Mary: Danke, liebe Prinzessin Literaturia, für deine Zeit mit uns.

 

 

 

Krischan(steht auf und umarmt Prinzessin Literaturia): Ja, vielen Dank.

 

 

 

Greta: Danke, hat Spaß gemacht mit dir.

 

 

 

Prinzessin Literaturia: Ich habe zu danken und bin jetzt schon ganz gespannt auf das nächste Buch.

 

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