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Was geschah wirklich im Knusperhäuschen?

So finster, so kalt

 

Diana Menschig

 

 

 

Heute gibt es weniger eine Rezension, vielmehr eine klare Leseempfehlung! Dieses Buch ist für alle, die Märchen lieben, ein Muss im Bücherschrank. Die dichte Atmosphäre, die Spannung und die gesamte Geschichte haben mich vom Anfang bis zum Ende begeistert

 

 

 

Genre: Fantasy

 

Seitenzahl: 384

 

 

 

Erster Eindruck:

 

Was geschah wirklich im Knusperhäuschen? Wald, Knusperhäuschen und eine Heldin, die Merle Hänssler heißt – mehr braucht es nicht, um mich zu triggern. Und dieses Buch hat definitiv nicht zu viel versprochen. Wer schon immer wusste, dass hinter Hänsel und Gretel mehr steckt, als die Gebrüder Grimm uns erzählen, der ist im Hochschwarzwald – im beschaulichen Steinberg – genau richtig.

 

 

 

Inhalt:

 

Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes’ Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte.

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Oma Mago ist eine waschechte Märchenhexe, die den Kindern im Dorf die verschiedensten Märchen erzählt. Aber was, wenn es mehr als nur Geschichten sind? Als die alte Dame stirbt, reist ihre Enkelin Merle nach Steinbach und erbt alte Aufzeichnungen ihrer Familie. Darin eine vermeintliche Beichte eines gewissen Hans vom Wald. Dieser geriet in die Fänge von Greta – einem Wesen, das mehr ist als das kleine Mädchen wie das es aussieht. Einem gefährlichen Wesen. Sogar tödlich.

 

Die gesamte Atmosphäre im Buch ist spannend und mitreißend. Ich habe die Buchstaben praktisch inhaliert und konnte das Buch gar nicht weglegen. Merle war mir – nachdem sie ihren arroganten Freund in den Wind geschossen hat – sehr sympathisch und ihre Neugierde, die Familiengeschichte zu ergründen, war für mich ein Grund, sie gleich noch sympathischer zu finden. Als sich schlussendlich ihre Geheimnisse lüften, wurde mir vieles klar. Und dabei ist es selten, dass ich bis zum Schluss keinen Schimmer habe, wie es weitergeht. Kurzum: das Buch konnte mich überraschen und definitiv unterhalten.

 

Die meiste Zeit hatte ich beim Lesen eine zarte Gänsehaut, die sich an manchen Stellen vor Spannung verdichtet hat. Speziell in den Vergangenheitssequenzen, in denen Hans seine Geschichte erzählt, konnte ich keine Lesepausen machen. Die Ähnlichkeit seiner Lebensgeschichte mit Hänsel und Gretel ist klar ersichtlich und gibt dem Buch eine besondere Würze.

 

Neben Merle fand ich den Märchenforscher Dr. Wolff besonders spannend. Seine fieberhafte Neugier und sein fast raubtierhaftes Interesse an Merle machten ihn so vielseitig und undurchschaubar, dass ich ihn als Charakter geliebt habe.

 

Neben den hervorragenden Figuren und dem düsteren Märchenthema ist der Schreibstil positiv hervorzuheben. Hier erwartet den Leser kein 0815-Schreibstil, sondern eine sehr bildhafte, märchenhafte Sprache. Wer sich noch an die alten Geschichten aus Kindertagen erinnert, kann sich in etwa vorstellen, was ich meine. Ein wahres Buch für alle echten Märchenfans!

 

 

 

Empfehlung:

 

Ich sagte ja bereits, dass „So finster, so kalt“ von mir eine dicke, dicke Leseempfehlung bekommt. Dazu sei gesagt, dass euch kein 0815-Buch erwartet. Der Geschichte haftet etwas Mystisches, Geheimnisvolles an. Diese Atmosphäre durchzieht das gesamte Buch. Für jeden ist der besondere Stil vielleicht nichts, aber bei mir hat er einen Nerv getroffen. Ich verstehe natürlich, dass Meinungen auseinander gehen, kann 1-Sterne-Bewertungen hier aber wirklich nicht nachvollziehen. Da wurde wahrscheinlich was ganz anderes erwartet. Sei´s drum, von mir gibt es definitiv…

 

 

 

Fünf von Fünf Literaturia-Sternchen

 

 

 

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