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Rezi: Nur dieser eine Tag

Nur dieser eine Tag

 

Mary Kuniz

 

 

 

Erstmal richte ich meinen Dank an die Autorin Mary Kuniz, die mir ihr eBook als Rezi-Exemplar zur Verfügung gestellt hat. Das beeinträchtigt natürlich nicht meine persönliche Meinung. Ich kann „Nur dieser eine Tag“ guten Gewissens jedem ans Herz legen, der nach einer leichten Sommerlektüre oder einem Buch zum gedanklichen Abschalten sucht. Es macht Spaß zu lesen und fesselt den Leser.

 

 

 

Genre: Frauenroman

 

Seitenzahl: 241

 

 

 

Inhalt:

 

Die Begegnung mit Krischan stellt Gretas Leben völlig auf den Kopf. Ein Mann, der sie alles überdenken lässt, ein Tag, der das Leben verändert. Ein bewegender Roman von Mary Kuniz über das Schicksal und die Macht der Entscheidung.

 


Nie hätte Greta - ehrgeizig, pflichtbewusst, reserviert - auch nur im Entferntesten daran geglaubt, dass vierundzwanzig Stunden ihr Leben verändern könnten. Doch dann trifft sie auf Krischan. Er ist attraktiv, charmant, wortgewandt und bringt sie mit einer einfachen Frage völlig aus dem Konzept. "Wissen Sie überhaupt, was Spaß ist?", fragt er. Und Greta weiß sofort, viel Spaß hat sie in ihrem Leben nicht. Mit Männern und der Liebe verhält es sich ebenso.

 


Also lässt sie sich auf ein Abenteuer ein: vierundzwanzig Stunden mit einem Unbekannten. Die Regeln: Sie stellen sich abwechselnd Fragen über ihr Leben und Aufgaben, die von "Ohrlochstechen", oder "in ein Schwimmbad einbrechen" bis zu "Bungeespringen" reichen. Gretas Schutzwall beginnt zu wanken. Doch was Greta nicht ahnt, dieser aufregende, berauschende Tag verändert alles.

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Was mich bei „Nur dieser eine Tag“ beeindruckt hat, war der fließende, mühelose Schreibstil, der die Geschichte sehr greifbar macht. Durch die flüssige Sprache macht es einfach Spaß, Greta und Krischan durch ihren Tag zu begleiten. Die Idee, die Uhrzeit als Kapitelüberschrift zu verwenden, finde ich sehr erfrischend. Dadurch bekommt das Buch meiner Meinung nach einen besonderen Pepp.

 

 

Die gesamte Geschichte ist sehr liebevoll erzählt und die Aufgaben, die beide Protagonisten sich stellen, sind außergewöhnlich und machen richtig neugierig, wie es weiter geht. Für mich war Krischan mein absoluter Charakterliebling. Er vereint alles, was den perfekten Mann ausmacht: gutes Aussehen, Spontaneität und Charme. Alles, was er tut, soll Greta – mit vollem Namen Anna-Greta von Strauß – aus ihrem emotionalen Schneckenhaus locken. Dabei ist er nie gemein oder bösartig. Zuweilen ist er sogar zu nachsichtig.

 

 

Und das bringt mich gleich auf Greta. Ich weiß nicht, ob die Autorin es darauf angelegt hat, Greta so unsympathisch wie nur möglich darzustellen – auf jeden Fall hat sie es geschafft. Ich fand sie von Beginn bis zur Mitte des Buches ganz unausstehlich und habe mich oft gefragt, warum Krischan ausgerechnet sie für sein „Spiel“ ausgesucht hat. Wahrscheinlich war es der Drang, die harte Nuss zu knacken. Und eine steinharte Nuss ist Greta allemal. Zum Beginn der Geschichte erleben wir sie egoistisch, oberflächlich, eiskalt und meiner Meinung nach ziemlich ordinär. Zwar soll sie als Anwältin arbeiten – durch ihren kindischen, impulsiven Charakter nehme ich ihr nur die unreife Jurastudentin ab.

 

Krischan bezeichnet Greta mehrmals als Kämpferin. Ich empfand sie einfach nur als übellaunige Zicke, die mit Kraftausdrücken um sich wirft. Selbst der Unfall ihres Bruders, die fehlende Bindung zu ihrer Familie sowie ihr verkorkstes Liebesleben erklären nicht, warum ihr Niveau nicht über (wie Krischan es ausdrückt) Gossensprache hinausreicht. Ihre kindische und unreife Ader beweist sie ebenfalls in den Aufgaben, die sie Krischan stellt. Zunächst wartet sie mit einer wahren Bandbreite an Gemeinheiten auf.

 

 

Denn wenn Greta nicht weiter weiß, sich in die Ecke gedrängt oder emotional verwundbar fühlt, schlägt sie verbal um sich. Dadurch wirkt sie leider nicht eiskalt, sondern wie ein jähzorniges Kind, das seinen Willen nicht bekommt. Ihre Charakterzeichnung fand ich daher leicht verunglückt, da ich mir denken kann, worauf die Autorin eigentlich hinauswollte.

 

Aber sei´s drum, im Verlauf des Buches konnte ich mich zwar nie ganz mit Greta versöhnen, aber ich fand sie am Schluss doch noch ganz erträglich.

 

 

 

Empfehlung:

 

Wie bereits gesagt, ist „Nur dieser eine Tag“ ein schönes Buch für laue Sommerabende, den Urlaub oder gemütliche Stunden zu Hause. Die gute Erzählweise und die lustigen Aufgaben der Protagonisten haben einen hohen Unterhaltungswert. Da ich Greta aber wirklich als furchtbare Person empfand, die mir das Lesevergnügen doch etwas verleidet hat, gibt’s von mir „nur“

 

 

 

Viereinhalb von Fünf Literaturia-Sternchen

 

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