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Magisch und zauberhaft: Amrita - Am Ende beginnt der Anfang

Amrita – Am Ende beginnt der Anfang

 

Aditi Khorana

 

 

 

Genre: Fantasy

 

Seitenzahl: 328

 

 

 

Erster Eindruck:

 

Das erste, was mich an „Amrita“ fasziniert hat, war das Cover. Blau und juwelengeschmückt erinnert es ein bisschen an die Märchen aus 1001 Nacht. Genau darum habe ich das Buch gekauft und bin nicht enttäuscht worden.

 

 

 

Inhalt:

 

Prinzessin Amrita liebt ihre Heimat Shalingar, ihren Vater und ihren Kindheitsfreund Arjun. Doch um ihr Reich zu retten, muss sie die Frau eines anderen – des tyrannischen Kaisers Sikander von Makedon – werden. Als die Friedensverhandlungen scheitern bleibt Amrita und Arjun nur die Flucht. Dabei befreit die Prinzessin auch die Seherin Thala, die ihr eine Umkehr der Geschehnisse verspricht.

 

Amrita klammert sich an den Gedanken, die furchtbaren Ereignisse rückgängig zu machen und Arjun, der in Gefangenschaft gerät, zu retten. Sie willigt ein, mit Thala die Bibliothek des Seins zu suchen. Dabei begegnen den Frauen allerhand Widrigkeiten und beide lernen ihre außergewöhnlichen Kräfte kennen.

 

Zum Schluss muss sich Amrita für einen Weg entscheiden: ihr Leben oder das Schicksal ganzer Reiche.

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

„Amrita“ gehört zu den Büchern, die mich zunächst erfreut, dann verwundert und schließlich überrascht haben. Zu Beginn erzählt uns die Autorin die Parabel „Das Land der Bäume“. Eine kurze Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleibt. Zunächst scheint es sich nur um eine Einleitung zu handeln, doch im Verlauf des Buches wird das Land der Bäume von einer Legende zu einem Wunsch, einer Vision.

 

Die Charaktere ihres Buches zeichnet Aditi Khorana liebevoll, vielschichtig und malerisch, dass man sich beim Lesen klar vor Augen sieht. Das gilt auch für die wunderschönen Wüstenlandschaften, in denen die Geschichte spielt. Die farbenprächtige Sprache der Autorin beflügelt die Fantasie und entführt in eine einzigartige Welt, kombiniert aus 1001 Nacht und indischen Märchen.

 

Besonders Augenmerk liegt auf Amrita, die ihre Geschichte erzählt. Die schöne Prinzessin wirkt zu Beginn ängstlich und weltfremd, da sie im Palast ein behütetes Leben geführt hat. Ihre Wandlung zu einer starken, unabhängigen Frau, die das Leben anderer über ihr eigenes stellt, ist glaubhaft dargestellt und man fühlt bei jeder Entscheidung mit ihr.

 

Für mich war es zunächst verwunderlich, dass die Liebesgeschichten im Buch eher schmückendes Beiwerk, denn Hauptattraktion sind. Die Liebe zwischen Arjun und Amrita ist zart wie ein Schmetterlingsflügel und verschwindet ebensoschnell im Sturm der Ereignisse. Die Liebe von Maya und Varun ist beständig für die Ewigkeit, steht aber nicht im Mittelpunkt. Vielmehr ist es die Liebe von Amritas Eltern, die das Schicksal der Welt beeinflussen kann.

 

Bis kurz vor dem Ende habe ich diese besondere Erzählweise nicht recht verstanden und hatte ganz kurz sogar einen Moment, wo ich das Buch zuklappen wollte, weil ich nur das Jetzt gesehen habe. Sollte es euch auch so gehen – bleibt dran! Erst durch das Ende wird ersichtlich, wie vielschichtig und magisch „Amrita“ eigentlich ist.

 

Ein wunderschönes, farbenprächtiges Märchen, das erzählt, wie aus Menschen Göttern werden und wie Schicksale miteinander verknüpft sind.

 

 

 

Empfehlung:

 

Ich bin restlos begeistert von diesem Buch, von seiner Dynamik und dem wunderschönen Sprachstil. Wie gesagt, bis kurz vor dem Ende wusste ich nicht, was ich von „Amrita“ halten sollte. Doch mit dem letzten Satz war klar, dass das Buch ein besonderes Juwel in jeder Geschichtensammlung ist.

 

 

 

Fünf von Fünf Literaturia-Sternchen

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Lesefuchs (Montag, 16 Juli 2018)

    :)