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Zickenjagd: Vorsicht vor bösen Mädchen

Zickenjagd

 

Susanne Mischke

 

 

 

Lest ihr auch ab und an gern einen Jugendthriller, um euch in die Schulzeit zurückzuversetzen? Mit Zickenjagd schickt uns Susanne Mischke direkt in die erbarmungslose Welt der Cliquen, des Mobbings und der pubertären Probleme…

 

 

 

Genre: Jugendthriller

 

Seitenzahl: 268

 

 

 

Erster Eindruck:

 

Das Cover – rosa mit einer zerfallenden Blüte – wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Erst wenn man den roten Schriftzug „Zickenjagd“ entdeckt, wird langsam Interesse geweckt. Ebenso verhält es sich mit der Geschichte. Zunächst gemächlich voranschreitend, baut sich mit einem Mal ein süchtig machender Spannungsbogen auf. Kurz vor dem Ende möchte man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Leider fehlt der fulminante Höhepunkt.

 

 

 

Inhalt:

 

Josy ist die unangefochtene Anführerin des Alpha-Teams, der beliebtesten Mädchen der Schule. Sie ist blond, schlank, schön und nicht auf den Kopf gefallen. Unter ihrer spitzen Zunge haben die Außenseiter zu leiden. Mit ihren drei Freundinnen Veronika, Lea und Marlene beherrscht sie den Schulhof. Zu den Opfern des Gespanns gehört die unscheinbare Ines, genannt „die Tonne“. Ein dicker Körper, mausbraunes Haar und eine linkische Art machen sie zum perfekten Ziel für Spott und Häme.

 

Doch plötzlich ändert sich das Blatt. Denn Ines beobachtet den verhängnisvollen Unfall von Josys kleinem Bruder Max. Denn eigentlich hätte Josy die Aufsichtspflicht, geht aber lieber mit ihrem Freund in die Eisdiele. Seit diesem Tag liegt Max im Koma und Ines hat ein Druckmittel gegen sie in der Hand.

 

Dieses nutzt sie, um Josys Freundschaft zu erzwingen. Erst erpresst sie mehrere Besuche, dann zieht sie sogar bei ihrem Opfer ein. Und Josy findet heraus, dass sie nicht als einzige in Ines´ Visier geraten ist…

 

 

 

Charaktere und Meinung:

 

Zu Beginn des Buches ist Josy eine Vorzeige-Sechzehnjährige: launisch, egoistisch und von Mode und Jungs besessen. Schicke Klamotten und eine Modelkarriere stehen bei ihr im Mittelpunkt. Für die plumpe Ines hat sie nur Spott übrig. Mitleid kennt sie nicht und auch ihr kleiner Bruder ist ihr nur ein Klotz am Bein. Im Verlauf des Buches beginnt Josy, ein Verantwortungsgefühl zu entwickeln. Ihre Wandlung ist gut nachzuvollziehen. Sobald sie Ines´ böses Machtspiel bemerkt, schwelt ihre Angst. Auch hierbei beschreibt Maschke die Gefühle sehr authentisch, sodass Spannung beim Lesen aufkommt.

 

Ines konzipierte die Autorin als waschechte Stalkerin, vor der man sich fürchten muss. Erst unsicher und unscheinbar, kann einem das Mädchen aus armen Verhältnissen leidtun. Jedoch zeigt sich schnell, dass Ines Josys Freundschaft will und sie mit allen Mitteln zu erzwingen versucht. Da schreckt sie auch vor Körperverletzung und Mord nicht zurück.

 

Persönlich fand ich das Buch gelungen. Der Spannungsverlauf sorgt dafür, dass man praktisch an den Seiten klebt. Erst baut sich die Spannung langsam auf, dann wird es rasant. Allerdings störte mich der nicht vorhandene Showdown. An der höchsten Spannungsstelle kommt die Auflösung fast schon vorschnell. Zudem bleiben wichtige Punkte unbeantwortet. Dadurch gibt es lose Enden, die bei echten Thrillerfans einen schalen Geschmack hinterlassen.

 

 

 

Empfehlung:

 

Für ein paar vergnügliche Stunden eignet sich der Jugendthriller allemal.

 

 

 

Vier von Fünf Literaturia-Sternchen

 

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