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FeenRache - zwar nicht schaurig, aber schön

Thriller müssen immer blutig sein? Hier kommt der Thrill bestreut mit Glitzer und einer Prise Hormonen einher. In FeenRache vereint Tamina Berger Ängste, die wohl jeden Teenager plagen. Dabei kommen die Emotionen nicht zu kurz...

In FeenRache von Tamina Berger erwartet Euch ein Arena-Thriller, bei dem die Spannung häppchenweise eintritt. Zunächst lernen wir Jana - süße 16, blond und mitten in der Pubertät - kennen. Deren Eltern entschieden sich, eine irische Austauschschülerin aufzunehmen. Für Jana, die vorwiegend um die Privatsphäre im Badezimmer fürchtet, keine rosigen Aussichten. Als sie Cayla, ihren Gast von der grünen Insel, schließlich zu Gesicht bekommt, fällt ihr nur ein Wort ein: langweilig.

Cayla ist 18 und lebt mit ihrer Großmutter zusammen. Das spiegelt sich in ihrem Style wider. Als sie zusammen mit Jana deren Gymnasium besucht, lassen die ersten gemeinen Sprüche nicht lange auf sich warten. Bereits hier beginnt Jana, anfangs ebenso über Caylas fehlenden Modegeschmack amüsiert, sich über die Oberflächlichkeit ihrer Freunde zu ärgern. Kurzerhand beschließt sie, der Irin ein Umstyling angedeihen zu lassen und ihr das alte Smartphone zu schenken. Und tadaaa, Caylas Selbstbewusstsein wächst und bald entwickelt sie sich zu einer "großen Schwester" für Jana.

Diese bändelt auch mit ihrem Schwarm Tobias an und fängt sich für ihn sogar Hausarrest ein. Bis hierhin handelt es sich um einen normalen Jugendroman, der die (vermeintlichen und realen) Probleme in der Pubertät beleuchtet. Lästernde Freunde, erste Erfahrungen mit Alkohol, junge Liebe - alles nichts Neues.

Allerdings verändert sich Janas Leben, als ihr während des Hausarrests weder Handy, noch Laptop zur Verfügung stehen. Denn jemand postet in ihrem Namen auf Facebook. Schließlich erscheinen peinliche Fotos und Janas Ruf scheint komplett ruiniert zu sein. Aber wer sollte ihr das antun?

Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten, aber ich muss sagen, dass ich FeenRache doch etwas vorhersehbar fand. Ein wirklicher Thriller steckt meiner Meinung nach nicht dahinter. Vielmehr ein bisschen Thrill mit Glitzerstaub. Dafür punktet der Jugendroman mit einer flüssigen Schreibweise und einer witzigen Hauptfigur. Janas geheime Gedanken entlocken dem Leser schon das ein oder andere Lächeln. Sehr positiv finde ich, dass sie während der Geschichte tatsächlich eine Entwicklung durchmacht. Sehr gut beschreibt die Autorin, wie sich Jana vom oberflächlichen Teenager zur eigenständig denkenden jungen Frau entwickelt. Sie hinterfragt Gruppenzwang, setzt sich mit dem Mitläufertum auseinander und sucht wieder Nähe zu ihrer Familie.

Ich denke, im Teenageralter gehören Janas Probleme zu den alltäglichen Sorgen und sprechen die Zielgruppe daher auf den 275 Seiten gut an. Für alle anderen lohnt sich der Griff zum Buch, um sich zurück in die Schulzeit und den ersten Schmetterlingen im Bauch zu träumen.

 

Fazit: Zwar kein richtiger Thriller, aber ein leichter Leckerbissen für Zwischendurch

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